In den Einstiegsminuten der dritten Folge wurden die Männer dank Wischmopp, Staubsauger, Küchenschwamm und Handtuch als Schwiegermamas Traum in Szene gesetzt, im Gegensatz dazu herrschte in der vierten Folge beinahe Anarchie. Die Villa der Jungs konnte nicht mehr mit dem Meister-Propper-Werbespot mithalten, und die getigerte Katze leckte genüsslich auf der Küchenanrichte direkt aus dem Topf. Das Kandidatenfeld wird kleiner, und selbst untereinander versuchen die Kerle sich in gegenseitigem Schulterklopfen und Mutzusprüchen. Gleich sechs Kandidaten sortierte Anna in den vergangenen zwei Folgen artig aus. Darum wird die Luft in der Männer-WC langsam dicker. Wie ein Schuljunge, der etwas ausgefressen hat, beichtete Tim seine Knutscherei mit der „Bachelorette“. Lauter übertölpelte Gesichter scharten sich währenddessen um den Frisör, wobei es Manuel mit seinem Spruch: „Karre gefahren, Alte geleckt“, wohl am nüchternsten auf den Punkt brachte. Für einmal nicht leger und cool, stattdessen adrett in einen Anzug verpackt, punktete er bei Anna dermassen, dass sie ihn in der vierten Folge gleich zum Einzeldate lud.

Actiongeladen folgte ein Fallschirmsprung aus dem Flugzeug, gefolgt vom romantisch obligaten Picknick auf freiem Feld. Man kann vom Sprüchereisser Manuel halten was man will, trotzdem kann er auf seinem Knuddel-, Umarmungs- Küsschenkonto die meisten Treffer verbuchen. Seine Mixtur aus Humor und dennoch vorhandenem Tiefgang, als er von seinem verstorbenen Vater erzählte, macht ihn sympathisch. Der allergische Schock der „Bachelorette“ wegen der Pollen im Picknickfeld und die darauffolgende Absenz beim gemeinsamen BBQ in der Villa trugen auch nicht gerade zur Besserung der Stimmung bei. Generell wird das „Rumgemaule“ in der Villa grösser, und die Jungs erwecken den Eindruck, dass sie wie Nachbars „Bello“ einem Knochen nachjagen. Die Mädels in den vergangenen Staffeln mit Prickelbrause ruhig gestellt, aalte sich die Weiberschar am Pool und arbeitete dank Sonne am perfekten Teint, derweil sich die Männer nutzlos fühlen. Trotz Freibier und einer Location, die sich sehen lassen kann, tun sie öffentlich mit Gemecker kund, dass sie von der Wartezeit gelangweilt sind.

Vermutlich löste auch bei Anna die Vorstellung eines Einzeldates mit Aurelio Ausschläge aus, und so lud sie gleich Andy mit zum Stand-Up-Paddeln ein. Der immer noch widerlich arrogant wirkende Aurelio zeigte sich für einmal von seiner halbwegs „normalen“ Seite, bleibt aber für mich mit Sicherheit Quotentreiber Aurelio. Die Schlagzeilen in den Medien bezüglich seiner Porno- und Strippervergangenheit reissen nicht ab. Ich bin mir sicher, dass die Produktion ihre Kandidaten in bester CIA-Manier vorgängig bis auf die Unterhose durchleuchtet und es mehr als gelegen kam, einen solch suspekten Mann mit ins Boot zu holen. Presse, auch wenn sie negativ ist, ist eben Presse. Mit seinem Benehmen wäre der Kerl doch schon bei jeder halbwegs normal denkenden Frau in Folge zwei hochkant rausgeflogen. Je länger er im Zirkus mitspielt, desto stärker erhärtet sich der Verdacht. Andy selbst bezeichnet sich gar als Favorit. Gemäss seiner Logik wäre er sonst längst nicht mehr mit von Partie. Leider ist auch er mir suspekt. Ich ahne, dass da noch eine böse Überraschung folgen wird.

Leider musste der authentische Steffen über die Klinge springen. Er, der mit seinem Body nicht mit den Waschbrettern im Haus mithalten konnte, wird mir fehlen. Ich wünsche mir, dass die „Bachelorette“ wenigstens in einer Folge die Wackelkandidaten zu einem Ausflug einlädt und damit ihre eigene Entscheidung in der Nacht der Rosen stärkt. Ich sehe es schon kommen, dass dem niedlich verpeilten Luke mit Sicherheit noch so richtig das Herz gebrochen wird. Seine Karten mit „Ich bin wirklich, wirklich, richtig verknallt in dich“ gleich bei Anna auf den Tisch gelegt, hat er sich vermutlich DAS Eigentor geschossen. Welcher Mann ist noch interessant, wenn Frau weiss, dass sie ihn bereits um den Finger gewickelt hat? Da fiel dann auch der „Bachelorette“ das Antworten schwer. Gestammelte Komplimente und „vielen, vielen, Dank“ war die Quittung dafür.